ALLA PANORAMICA

Von der DA zur Zahnärztin

Nicola Aerschmann, Kommunikation SSO
zVg
Sharon Gyr

Sharon Gyr ist auf eher ungewöhnlichem Weg Zahnärztin geworden. Die ausgebildete Dentalassistentin erklärt, welche Vor- und Nachteile ihr Werdegang mit sich bringt und weshalb sie sich in der SSO engagiert.

«Es war eine gut überlegte Entscheidung, diesen langen Weg zu gehen.» So beschreibt Sharon Gyr ihre bisherige Karriere in der Zahnmedizin. Der «normale» Weg, Zahnärztin oder Zahnarzt zu werden, führt in der Regel über das Gymnasium und die Universität. Etwas anders sieht der Lebenslauf von Gyr aus: Sie hat zuerst eine DA-Lehre gemacht und danach via Berufsmaturität und Passerelle das Zahnarztstudium absolviert. Wenn man alles ohne Unterbruch und in Vollzeit schafft, sind das nach der Lehre nochmals mindestens sieben Jahre Ausbildung. Die Zahnärzte, mit denen sie als DA zusammenarbeitete, hätten sie aber ermutigt, eine Weiterbildung in Erwägung zu ziehen.

«Ein Nachteil ist, dass dieser Weg mit erheblichem Mehraufwand und Kosten verbunden ist», so die Zahnärztin aus Einsiedeln. Es brauche Willenskraft, Durchhaltevermögen und gute Organisation – dann ist es machbar. Der Umweg bringt aber auch Vorteile mit sich. Gyr nennt mehrere positive Aspekte: Nach der erfolgreich absolvierten Lehre habe sie die Möglichkeit gehabt, während der Semesterferien im erlernten Beruf zu arbeiten. «Dadurch konnte ich weiterhin wertvolle Praxiserfahrung sammeln und gleichzeitig einen Teil der Ausbildungskosten decken.» Zudem falle ihr der Umgang mit DA in ihrer neuen Rolle leichter: «Ich weiss noch genau, was ich damals an der Zusammenarbeit mit den Zahnärztinnen und Zahnärzten geschätzt habe – und was mich gelegentlich gestört hat.» Für Gyr ist klar: «Die Arbeit am Patienten ist immer Teamwork.» Wenn die Zusammenarbeit harmonisch verlaufe, sei es auch für die Patienten spürbar angenehmer. Ein weiterer Vorteil ist, dass man als DA bereits lernt, wie der Alltag in einer Praxis funktioniert. Abläufe, Instrumente und Materialien waren Gyr schon vor dem Studium vertraut. Sie hebt zudem die Gemeinsamkeiten des DA- und des Zahnarztberufs hervor. In beiden Fällen ist beispielsweise die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten wichtig – auch wenn man eine andere Rolle hat.

Nebst ihrer 80-prozentigen Tätigkeit als Zahnärztin unterrichtete Gyr bisher an ihrer ehemaligen DA-Schule in Zürich. Und auch in der SSO engagiert sie sich. 2025 übernahm sie die Leitung des Ressorts Qualifikationsverfahren der Dentalassistentinnen und Dentalassistenten. Dort geht es, grob zusammengefasst, um die Kriterien, die eine DA-Lernende erfüllen muss, um eine Lehre abzuschliessen und um die Erstellung/Überarbeitung des Qualifikationsverfahrens. Als ausgebildete DA kann sie ihre Erfahrungen hier einbringen. «Die Verantwortung ist gross: Unser Ziel ist es, dem Nachwuchs ein qualitativ hochwertiges, faires und gleichzeitig an allen Prüfungsorten gut durchführbares Verfahren zu ermöglichen.»

Gyr engagiert sich zudem in der Arbeitsgruppe Young Dentists der SSO. In diesem Rahmen treffen sich junge Zahnärztinnen und Zahnärzte zweimal jährlich. Dies, um sich über ihre Anliegen, Bedürfnisse sowie über die Veranstaltung SSO Campus auszutauschen und um gemeinsam neue Ideen zu entwickeln, erklärt Gyr.

Generell findet es Sharon Gyr wichtig, dass sich «junge Zahnärztinnen und Zahnärzte aktiv für eine gute Zukunft unseres Berufs einsetzen». Das Engagement früherer Generationen habe viel Positives hervorgebracht, jüngere Generationen sollen diese Arbeit weiterführen. «Es ist die Verantwortung von uns allen, dass die Entwicklung unseres Berufes in eine positive Richtung geht.»

Und auch Gyrs Bildungsweg ist noch nicht abgeschlossen. Im Sommer 2026 wird sie eine Weiterbildungsstelle zur Fachzahnärztin für Oralchirurgie am Universitären Zentrum für Zahnmedizin Basel UZB antreten. «Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung.»

Dr. med. dent. Sharon Gyr

Eidg. dipl. Zahnärztin SSO
Sharon Gyr schloss 2013 ihre Lehre als Dentalassistentin ab. Später absolvierte sie die Berufsmatura, die Passerelle und das Zahnmedizinstudium in Basel. Heute arbeitet sie als Zahnärztin und engagiert sich in der SSO.

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