Im Studium erwerben wir das klinische Fundament unseres Berufs. Die Zahnmedizin umfasst jedoch weit mehr als die Behandlung am Stuhl: Praxisführung, Verantwortung im Team und die Weiterentwicklung unseres Berufsstandes gehören ebenso dazu. Mich interessiert, wie diese Dimensionen ineinandergreifen und wie wir sie bereits im Studium aktiv gestalten können. Deshalb engagiere ich mich in der Swiss Dental Students Association (SDSA), dem erst dreijährigen nationalen Dachverband der Zahnmedizinstudierenden.
Zu Beginn stand der Aufbau im Zentrum: die Anerkennung an allen vier universitären Standorten der Zahnmedizin, klare Strukturen und die Etablierung als nationale Studierendenvertretung. Die SDSA wurde von der SSO anerkannt und auf internationaler Ebene eingebunden. Diese Arbeit haben meine Vorgängerinnen und Vorgänger mit grossem Engagement geleistet – darauf bauen wir heute auf. Nun steht die inhaltliche Weiterentwicklung an. Als Präsidentin verantworte ich die strategische Ausrichtung: Ich setze Prioritäten, koordiniere standortübergreifende Projekte und achte auf den sorgsamen Ressourceneinsatz. Mein beruflicher Hintergrund prägt diese Arbeitsweise. Vor dem Zahnmedizinstudium habe ich Wirtschaftswissenschaften studiert und mehrere Jahre in der Privatwirtschaft gearbeitet. Dort übernahm ich operative und strategische Verantwortung, führte Projekte und begleitete Teams – enorm hilfreiche Erfahrungen für mein Mandat. Ich schätze es sehr, dass sich beide Ausbildungswege in dieser Rolle ergänzen.
Die Arbeit in einem Studierendenverband unterscheidet sich jedoch grundlegend von jener in der Privatwirtschaft. In der SDSA engagieren sich alle freiwillig, und das neben einem anspruchsvollen Studium. Umso wichtiger sind klare Strukturen und realistische Zielsetzungen. Meine Aufgabe sehe ich darin, Ideen zu bündeln, Prioritäten gemeinsam festzulegen und ihre Umsetzung verlässlich zu begleiten – damit Engagement Freude macht und nachhaltig wirken kann.
Derzeit setzen wir mehrere Projekte um, die aus konkreten Anliegen von Studierenden entstanden sind. Ein Beispiel dafür ist unser Bestreben, Vorklinik-Studierenden früh Kontakt zur Zahnmedizin und untereinander zu ermöglichen. Die gemeinsam mit der Humanmedizin absolvierten Grundlagenjahre sind anspruchsvoll und stark naturwissenschaftlich geprägt. Für Zahnmedizinstudierende entsteht dabei nur bedingt eine Identifikation mit der Zahnmedizin oder die Vernetzung unter den eigenen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Mit zwanglosen
Info-Veranstaltungen möchten wir deshalb früh Orientierung schaffen und den Zusammenhalt stärken.
Darüber hinaus organisieren wir gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft praxisnahe Workshops für Studierende aller vier Standorte. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit, präventive Einsätze des Elmex-Info-Bus zu begleiten und so Erfahrungen an Schulen zu sammeln. Am sichtbarsten ist sicherlich der nationale Kongress der SDSA, die Swiss Dental Students Convention. Sie wird vollständig von
Studierenden organisiert und bringt alle Standorte zusammen. Inhaltlich greift sie Themen auf, die im Curriculum nur begrenzt Raum finden, im Berufsalltag jedoch zentral sind – in diesem Jahr die Kommunikation. Die Convention steht damit exemplarisch für das Selbstverständnis der SDSA: fachliche Vertiefung, Vernetzung und studentische Eigeninitiative.