Das Studium der Zahnmedizin ist anspruchsvoll. Studierende eignen sich nicht nur medizinisches Fachwissen an, sondern üben klinisches Präzisionshandwerk ein. Umso wichtiger: ein Dozent, der begleitet. In der Lehre ist Feedback zu einem zentralen Element geworden. Darüber sprach Lucia Zaugg vom Universitären Zentrum für Zahnmedizin Basel UZB an der Swiss Dental Students Convention. Gutes Feedback erfolgt zeitnah, persönlich und richtet sich auf die Sache, nicht auf die Person. Es urteilt nicht, sondern öffnet den Dialog. Doch am Behandlungsstuhl wird es herausfordernd. Die Anwesenheit von Patienten erschwert wertschätzende Gespräche. Dozierende müssen sachlich bleiben und gleichzeitig entspannt wirken.
Zaugg stellte Modelle der Gesprächsführung vor, die sich bewährt haben – wie das Sandwich-Modell: Hier werden Lob und Verbesserungsvorschläge kombiniert. Der Aufwand lohnt sich: Strukturiertes, wiederholtes Feedback verbessert klinische Kompetenzen nachweislich. Für Zaugg steht fest: Feedback ist weit mehr als ein Bewertungsinstrument. Es ist ein kommunikativer Prozess, der die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden stärkt.
Tabakprävention: Kleine Gespräche, grosse Wirkung
Raucher haben ein fünf- bis zwanzigfach erhöhtes Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Philipp Sahrmann, Professor und Oberarzt an der Klinik für Zahnerhaltung des UZB, leitet daraus für die Praxis eine klare Konsequenz ab: Wer als Zahnärztin oder Zahnarzt Raucherpatienten parodontal behandelt, ohne den Rauchstopp anzusprechen, handelt unethisch. Ein Rauchstopp verbessert nachweislich die Prognose bei Parodontitis. Studien zeigen: Schon kurze motivierende Gespräche erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten aufhören zu rauchen. Und wer glaubt, seine Patienten wollten das nicht hören – laut Erhebung möchten 59 Prozent der Rauchenden mit Rauchen aufhören. Sie warten oft nur darauf, dass jemand das Thema anspricht und sie vom ersten Schritt überzeugt.
Verbandskommunikation: Vom Was zum Warum
Die Schweiz ist ein Land der Freiwilligen. Viele engagieren sich – doch immer weniger wollen es langfristig tun. Davon sind auch Berufsverbände wie die SSO betroffen, die stark vom nebenberuflichen Engagement leben. Verbände sind deshalb gefordert, die Art ihrer Kommunikation verändern. Jüngere Generationen wie die Gen Z wollen nicht nur wissen, welche Leistungen sie erhalten, sondern warum sich Engagement für sie lohnt. Organisationen müssen ihre Daseinsberechtigung klarer kommunizieren, erklärte Markus Gubler, Leiter Kommunikation der SSO. Bei der SSO ist das die freie, selbstbestimmte Berufsausübung. Die SSO hat ihre Kommunikation in den letzten Jahren angepasst. Sie hat einen Markenprozess durchlaufen und ihren visuellen Auftritt überarbeitet. Das Markenversprechen «Gemeinsam weiterkommen» soll in den Köpfen aller Mitglieder und Kader verankert und gelebt werden. Eine starke Basis und überzeugte Kader entstehen durch eine klare Mission, eine glaubwürdige Standespolitik sowie greifbare Leistungen, ist Gubler überzeugt. Der SDSA-Kongress hat drei Beispiele gezeigt, wie Kommunikation an Bedeutung gewinnt. Sie ist relevant für den Therapieerfolg wie auch für die Zusammenarbeit im Team. Fachliche Exzellenz allein genügt deshalb nicht, um ein guter Zahnarzt oder eine gute Zahnärztin zu sein. Wer zuhören und verständlich erklären kann, verschafft sich viele Vorteile.