Die Kinderzeichnungen im Wartezimmer lassen erahnen welche Hauptorientierung die Praxis von Magali Müller hat. Schon früh wusste sie, dass sie, wie ihre Mutter Zahnärztin werden wollte. Bis es so weit kam, dauerte es aber noch einige Jahre. Magali Müller studierte zunächst Geografie, Germanistik, Statistik und Informatik an der Universität Lausanne. Nach Abschluss entschied sie sich dann aber doch noch für ein Zahnmedizinstudium in Bern. Nach zwei Jahren als Assistenzzahnärztin in einer Praxis im Jura übernahm Magali Müller die Praxis ihrer Mutter in La Chaux-de-Fonds.
Ein Schwerpunkt der Praxis ist die Behandlung von Angstpatienten, vor allem Kinder und Patienten mit einer kognitiven Beeinträchtigung. «Ich habe im Lauf der Jahre gemerkt, dass ich einen Draht zu den sogenannt ‹unbehandelbaren› Patienten finde», erzählt sie. «Ich suche einen Weg, damit der Zahnarztbesuch für meine Patienten kein traumatisierendes Erlebnis wird, sondern sich zu einer positiven Erfahrung wandelt, die man gut bewältigen kann. Wenn das gelingt, ist das ein Gewinn, mit den dazugehörigen positiven Gefühlen auf beiden Seiten.» In schwierigeren Fällen schätze sie es auch, sich mit Kolleginnen und Kollegen beraten zu können.
Fragen von Journalisten beantworten
Kommunikation und Teamarbeit sind auch die Stichworte, wenn es um Magali Müllers Engagement in der SSO geht. Sie ist seit knapp einem Jahr Mitglied der Zentralen Informationskommission (ZIK). «Als Praxisinhaberin habe ich direkt erlebt, wie wir von der SSO durch Dokumente, Konzepte oder Richtlinien unterstützt werden. Deshalb trage ich gerne etwas bei, von dem die nachkommende Generation wiederum profitieren kann.»
Eine ihrer Aufgaben in der ZIK ist es, Fragen von Journalistinnen und Journalisten zur Zahnmedizin zu beantworten. «Das ist eine interessante Herausforderung: Wie kann ich vermitteln, was ich sagen will, so dass die Leserinnen oder Zuhörer es so verstehen, wie ich es meine?» In diesem Punkt unterscheide sich die Kommunikation mit Medienschaffenden kaum von jener mit Patientinnen und Patienten. «Im Praxisalltag muss ich ebenfalls die richtigen Worte finden, damit meine Botschaft ankommt und verstanden wird.»
Magali Müller findet es zudem spannend, zu entdecken, wie professionelle Verbandskommunikation funktioniert und mit welchen Themen und Ideen sich die anderen Sprachgruppen in der ZIK beschäftigen: «Die Tessiner Kolleginnen und Kollegen arbeiten beispielsweise an einem Buchprojekt, das Kindern und Erwachsene die Angst vor dem Zahnarztbesuch nehmen soll. Solche Projekte sind sinnvoll und können ein grosses Publikum erreichen, da diese auch übersetzt werden. Das schon existierende Flipbook ‹Lizenz für gesunde Zähne›, das über die SSO-Website zu finden ist, zeigt die Bemühungen zur allgemeinen Wissensverbreitung.»
Aus Engagements entstehen Freundschaften
Neben der ZIK engagiert sich Magali Müller auch privat in Vereinen und im sozialen Bereich. Unter anderem hat sie während über 20 Jahren regelmässig Ferienlager für blinde und sehbehinderte Jugendliche begleitet und organisiert. Sie mag die Begegnungen und die Freundschaften, die aus solchen Engagements entstehen.
Und wie bringt Magali Müller all diese Engagements unter einen Hut? «Jeder Tag hat 24 Stunden», sagt sie lachend, fügt dann aber hinzu: «Ich komme gut zurecht, denn ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen.» Wenn sie jedoch für eine Aufgabe zusagt, ist es ihr wichtig, sich Zeit dafür nehmen zu können: Zeit zum Nachdenken, für Gespräche und um gute Lösungen zu finden. «Ich bin überzeugt, dass, wenn man eine Aufgabe entspannt in Angriff nimmt, es dann auch gut kommt.»