«Mitmachen ist besser als sich beklagen», so begründet Angelo Vivacqua, der neue Präsident der SSO Basel-Stadt, warum man sich in der Verbandstätigkeit engagieren sollte. Wenn einem etwas nicht passe, müsse man mitanpacken und mitbestimmen. Vivacqua sagt das nicht einfach so: Er hat selbst begonnen, sich im Verband zu engagieren, weil er mit gewissen Punkten unzufrieden war. Als Präsident sagt er nun: «Ich möchte keine Probleme hören, sondern Lösungen.»
Vivacqua findet die Verbandstätigkeit wichtig. «Es geht darum, die Interessen unseres Berufs gegenüber der Politik oder anderen Akteuren zu vertreten.» Nur so könne die Behandlungsqualität gesichert werden. Die Tätigkeit sei zwar zeitintensiv, lasse sich «mithilfe guter Planung» aber mit der Arbeit in der Praxis kombinieren. «Man muss die Verbandsarbeit ein Stück weit als Hobby sehen.» Sitzungen finden oft am Abend nach der Arbeitszeit statt, den freien Donnerstagnachmittag setzt Vivacqua meist für die Verbandstätigkeit ein.
Es sei in der SSO Basel-Stadt nicht immer einfach, genügend Leute für die verschiedenen Positionen zu finden. Viele mögliche Kandidatinnen und Kandidaten sehen vor allem die Arbeit und wollen sich nicht binden. Dazu kommen andere Interessen und Verpflichtungen, wie beispielsweise die Familie. Für ihn, der keine Kinder habe, sei es vielleicht etwas leichter, so Vivacqua. Eine Lösung sieht er darin, die Tätigkeit im Vorstand in kleinere Projekte einzuteilen – damit das Engagement überschaubar bleibt. Trotz des Aufwands ist für Vivacqua aber klar: Die Verbandstätigkeit für die SSO lohnt sich. Mit dem Engagement kann man viel bewegen.
DH-Schule als wichtiges Ziel
Als Präsident der SSO Basel-Stadt setzt Vivacqua vor allem auf Konsens. Es sei entscheidend, gemeinsame Ziele zu verfolgen und Probleme zusammen zu lösen. Er betont auch, dass er nicht von Grund auf alles anders machen will. Stattdessen soll das, was seine Vorgänger aufgebaut haben, weitergeführt und optimiert werden.
Ein Ziel Vivacquas ist es, in Basel eine Schule für Dentalhygienikerinnen und Dentalhygieniker zu schaffen. Bisher gibt es «nur» eine PA-Schule – eine DH-Schule wäre ein weiterer bedeutender Schritt für die Gesundheitsversorgung in der Region. Schwierig ist gemäss Vivacqua vor allem die Finanzierung eines solchen Projekts. Daneben ist die Grenznähe nach wie vor eine wichtige Herausforderung für die Region Basel. Hier müsse das Ziel sein, die Qualität der Grundversorgung zu schützen, so Vivacqua. Eine Aufgabe, bei der die SSO eine Schlüsselrolle spielt.
Das grosse Engagement im Verband zeigt: Für Angelo Vivacqua ist die Zahnmedizin mehr als nur ein Beruf. Ihm war auch schon früh klar, dass er Zahnarzt werden möchte – allerdings aus einem unschönen Grund. Mit 12 Jahren hatte er einen Unfall, bei dem die Zähne Schaden nahmen. Der notwendige Zahnarztbesuch weckte sein Interesse am Beruf. «Mit 14 durfte ich dann während der Sommerferien zwei Wochen einem Zahnarzt über die Schultern schauen. Spätestens da war für mich der Fall klar.»