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Ozempic und Zähne: Was aus zahnmedizinischer Sicht wichtig ist

Miguel Pereiro, Kommunikation SSO
iStock
ozempic

GLP-1-Medikamente wie Ozempic oder Wegovy können Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Reflux oder Mundtrockenheit haben. Die SSO ordnet ein, worauf Patientinnen und Patienten aus Sicht der Mundgesundheit achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für direkte Zahnschäden durch Ozempic oder vergleichbare GLP-1-Medikamente gibt es derzeit keine gesicherte Studienlage.
  • Beschwerden wie Erbrechen, Reflux oder Mundtrockenheit können die Mundgesundheit trotzdem belasten.
  • Nach Erbrechen: Mund mit Wasser ausspülen und mit dem Zähneputzen rund 30 Minuten warten.
  • Bei anhaltender Mundtrockenheit oder erhöhtem Kariesrisiko sollte die Zahnärztin oder der Zahnarzt geeignete Massnahmen empfehlen. 
  • Die Entscheidung über eine Behandlung mit Ozempic oder vergleichbaren Medikamenten liegt bei der Ärztin oder beim Arzt.

Schadet Ozempic den Zähnen?

Für einen direkten Zusammenhang zwischen Ozempic oder vergleichbaren GLP-1-Medikamenten und Zahnschäden gibt es aus Sicht der SSO derzeit keine gesicherte Studienlage. Weder der SSO noch den Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern sind aktuell Studien bekannt, welche die Interaktionen zwischen solchen Medikamenten und der oralen Gesundheit untersucht haben. Auch eine Rückfrage bei ausgewählten Zahnarztpraxen ergab bisher keine Hinweise darauf, dass entsprechende Beschwerden gehäuft auftreten.

Trotzdem können einzelne Begleiterscheinungen für die Mundgesundheit relevant sein. Wer häufig erbricht, unter Reflux leidet oder einen trockenen Mund bemerkt, sollte solche Beschwerden ernst nehmen und bei der nächsten zahnärztlichen Kontrolle ansprechen.

Warum Erbrechen den Zähnen schaden kann

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den bekannten Nebenwirkungen von Ozempic beziehungsweise vergleichbaren GLP-1-Medikamenten. Häufiges Erbrechen kann den Zähnen schaden, weil Magensäure den Zahnschmelz angreift. Dadurch können Zahnerosionen begünstigt werden.

Die SSO empfiehlt: Nach dem Erbrechen sollten die Zähne nicht sofort geputzt werden. Besser ist es, den Mund gründlich mit Wasser auszuspülen und mit dem Zähneputzen rund 30 Minuten zu warten.

Warum Mundtrockenheit wichtig ist

Auch Mundtrockenheit sollte ernst genommen werden. Speichel schützt die Zähne, neutralisiert Säuren und hilft, Karies sowie Mundgeruch vorzubeugen.

Betroffene sollten ausreichend Wasser trinken – unbedingt ohne Zucker. Spezielle Spüllösungen können unterstützend wirken. Bei anhaltender Mundtrockenheit und erhöhtem Kariesrisiko kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt zusätzliche Fluoridierung empfehlen.

Beschwerden bei der Kontrolle ansprechen

Wer Beschwerden wie Erbrechen, Reflux, Mundtrockenheit, Mundgeruch oder Zahnfleischprobleme bemerkt, sollte diese bei der nächsten zahnärztlichen Kontrolle ansprechen. So kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt das individuelle Karies- und Erosionsrisiko einschätzen und bei Bedarf geeignete Massnahmen empfehlen.

Die Entscheidung über eine Behandlung mit Ozempic oder vergleichbaren Medikamenten obliegt der Ärztin oder dem Arzt.


Hinweis
Diese Einordnung entstand im Zusammenhang mit einer Medienanfrage von Nau.ch zum Thema «Ozempic-Zähne».

Häufige Fragen zu Ozempic und Zähnen

Schadet Ozempic direkt den Zähnen?

Für einen direkten Zusammenhang zwischen Ozempic oder vergleichbaren GLP-1-Medikamenten und Zahnschäden gibt es aus Sicht der SSO derzeit keine gesicherte Studienlage.

Was sind «Ozempic-Zähne»?

Der Begriff wird in Medien und sozialen Netzwerken verwendet. Er ist keine zahnmedizinische Diagnose.

Warum kann Erbrechen den Zähnen schaden?

Magensäure kann den Zahnschmelz angreifen und Zahnerosionen begünstigen.

Was soll man nach dem Erbrechen tun?

Den Mund mit Wasser ausspülen und mit dem Zähneputzen rund 30 Minuten warten.

Was hilft bei Mundtrockenheit?

Ausreichend Wasser trinken, zuckerhaltige Getränke vermeiden und anhaltende Beschwerden bei der Zahnärztin oder beim Zahnarzt ansprechen.