Die Zahnarztpraxis als Smart Office

Markus Gubler
Daniel Ammann
praxismoment-golland

Als Luca und Dorota Golland vor dreieinhalb Jahren die Erweiterung der Gemeinschaftspraxis planten, hinterfragten sie die kommunikativen Abläufe in ihrer Praxis grundlegend. Weil sie europaweit kein geeignetes Rufsystem fanden, entwickelten sie das erste digitale Rufsystem kurzerhand selbst.

Raumtemperatur überwachen, Energieverbrauch regulieren, Licht und Haushaltsgeräte vernetzen: Dank Software lassen sich immer mehr Anwendungen in Wohnräumen und Gebäuden automatisieren und durch Apps steuern. Diese Ideen vom Smart Home übertrugen Luca und Dorota Golland in die Welt der Zahnmedizin, als sie über ein geeignetes Rufsystem für ihre grössere Praxis nachdachten. Entscheidend dabei: Sie hatten klare Vorstellungen, wie sie arbeiten wollen: «Das neue System soll den Praxisalltag erleichtern, die Kommunikation verbessern und das Praxisteam effektiv entlasten», erklärt Luca Golland.

Die beste Praxisorganisation, davon sind er und seine Frau überzeugt, ist unsichtbar. Die Arbeiten laufen routiniert und eingespielt im Hintergrund ab. Es herrscht wahrnehmbar Ruhe in der Praxis. Keine Hektik, kein unkoordiniertes Umherlaufen. Dazu soll ihr digitales Rufsystem «echo charlie» beitragen. Wie? «echo charlie» verpackt in Mitteilungen immer gleich mehrere Informationen. Ein kurzer Blick auf die Smart Watch oder das Tablet genügt, um zu wissen, wer was wann wo benötigt. Was als betriebseigene Lösung angedacht war, entwickelte sich rasch zu einem kleinen Start-up weiter. «echo charlie» sei intuitiv zu bedienen und von Zahnärzten für Zahnärzte entwickelt worden, betont Golland.

«Dank ‹echo charlie› erledigen wir heute  
viele Arbeiten effizienter, benötigen gesamthaft  
bis zu 20 Prozent weniger Zeit.»


Ob Einzelpraxis, Praxisgemeinschaft oder Zentrum: Die Software lässt sich auf unterschiedliche Betriebsgrössen skalieren, einfach individualisieren und erweitern. Sie ist webbasiert oder als App erhältlich auf Android sowie iOS und kann in jede bestehende IT-Infrastruktur implementiert werden. «So halten wir die Investitionskosten für Praxisinhaber bewusst tief», unterstreicht Golland. Auch Partner und Personen ausserhalb der Praxis wie Zahntechniker oder Kurierdienste lassen sich via SMS benachrichtigen.

Golland ist von seiner Software überzeugt. «Dank ‹echo charlie› erledigen wir heute viele Arbeiten effizienter, benötigen gesamthaft bis zu 20 Prozent weniger Zeit», rechnet er vor. «echo charlie» eigne sich vor allem für Kolleginnen und Kollegen, die eine Praxis übernehmen, erweitern, umbauen oder eine alte, verkabelte Rufanlage ersetzen müssen. Zwei Praxen konnten in der Planungsphase mit den Architekten und IT-Fachleuten begleitet und anschliessend realisiert werden. Aktuell testen rund 30 Praxen das Rufsystem aktiv. Ihre Rückmeldungen helfen, die Software weiter zu verbessern.

Luca Golland hat mit «echo charlie» Grosses vor. Er hat sein Arbeitspensum als Kieferorthopäde reduziert, um sich gezielt dem Start-up zu widmen, im Dezember 2023 fand die Firmengründung statt. «Wir wollen dank ‹echo charlie› die Zahnarztpraxis zum Smart Office weiterentwickeln», erklärt Luca Golland. Schon heute könne man digitale Anwendungen aus dem Smart- Home-Bereich wie Lichtrufe und Notfallsirenen in die Benutzeroberfläche integrieren. Auch Anbindungen an Wasserleckmelder, Schnittstellen zu Patientensoftwares sowie neue Funktionen wie eine Gegensprechanlage sind angedacht.

echo-charlie-1
echo-charlie-2
echo-charlie-3
echo-charlie-4

Weitere Informationen zu echo charlie
https://www.echo-charlie.app/