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Weisheitszähne entfernen: Wann ist das wirklich nötig?

Miguel Pereiro, Kommunikation SSO
iStock
Weisheitszähne

Nicht jeder Weisheitszahn muss entfernt werden. Entscheidend sind seine Lage, die Platzverhältnisse im Kiefer und mögliche Risiken für die Mundgesundheit. Die SSO erklärt, wann eine Entfernung sinnvoll sein kann und wann Abwarten eine Option ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weisheitszähne müssen nicht allein aufgrund des Alters entfernt werden.
  • Entscheidend sind die individuelle Lage des Zahns, die Reinigungsfähigkeit und mögliche krankhafte Veränderungen.
  • Auch beschwerdefreie Weisheitszähne können vorsorglich entfernt werden, wenn spätere Probleme zu erwarten sind.

Weisheitszähne brechen meist erst im jungen Erwachsenenalter durch. Bei manchen Menschen fügen sie sich problemlos in die Zahnreihe ein, bei anderen fehlt im Kiefer der nötige Platz. Ein Weisheitszahn kann dann teilweise oder vollständig im Kiefer verbleiben, ungünstig liegen oder nur schwer zu reinigen sein.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Weisheitszähne grundsätzlich entfernt werden müssen. Eine routinemässige Entfernung allein aufgrund des Alters ist nicht angezeigt.

Der Befund entscheidet

Die Zahnärztin oder der Zahnarzt beurteilt die Lage des Weisheitszahns, die Platzverhältnisse, die Reinigungsfähigkeit und mögliche krankhafte Veränderungen. Dazu gehören etwa Entzündungen, Infektionen oder Schäden an benachbarten Zähnen. Neben der klinischen Untersuchung können auch Röntgenaufnahmen notwendig sein.

Häufig lässt sich die weitere Entwicklung nach Abschluss des Wachstums und einer allfälligen kieferorthopädischen Behandlung besser einschätzen.

Auch ein Weisheitszahn ohne Beschwerden kann vorsorglich entfernt werden. Das kann sinnvoll sein, wenn aufgrund seiner Lage absehbar ist, dass er nicht normal durchbrechen kann oder später ernsthafte Probleme zu erwarten sind.

Entfernen oder beobachten?

Ob ein Weisheitszahn entfernt oder belassen wird, ist eine individuelle Abwägung. Patientinnen und Patienten sollten sich erklären lassen, welche Risiken beim Abwarten bestehen und welche mit dem Eingriff verbunden sind.

Wenn eine Entfernung sinnvoll ist, kann ein geplanter Eingriff in jüngeren Jahren Vorteile haben. Komplikationen treten bei jüngeren Patientinnen und Patienten deutlich seltener auf als im späteren Leben. Zudem lässt sich eine geplante Behandlung besser organisieren.

Wer dagegen wartet, bis Beschwerden auftreten, muss unter Umständen kurzfristig behandelt werden. Entzündungen können Schmerzen verursachen und benachbarte Strukturen schädigen.

Häufige Fragen zu Weisheitszähnen

Müssen Weisheitszähne immer entfernt werden?

Nein. Wenn genügend Platz vorhanden ist, der Zahn gut gereinigt werden kann und keine krankhaften Veränderungen bestehen, muss er nicht entfernt werden.

Sollte man einen Weisheitszahn entfernen lassen, obwohl er nicht schmerzt?

Nicht zwingend. Eine vorsorgliche Entfernung kann sinnvoll sein, wenn aufgrund der Lage oder der Platzverhältnisse später ernsthafte Probleme zu erwarten sind.

Wann werden Weisheitszähne beurteilt?

Die Situation lässt sich häufig nach Abschluss des Wachstums und einer allfälligen kieferorthopädischen Behandlung zuverlässig einschätzen. Die Beurteilung erfolgt klinisch und bei Bedarf radiologisch.

Ist eine Entfernung in jungen Jahren besser?

Wenn eine Entfernung ohnehin sinnvoll ist, kann ein früherer Eingriff Vorteile haben, weil Komplikationen bei jüngeren Patientinnen und Patienten seltener auftreten. Das Alter allein ist jedoch kein Grund für eine Entfernung.

Bezahlt die Krankenkasse das Ziehen von Weisheitszähnen?

Nur unter bestimmten Voraussetzungen. Eine Verlagerung oder Retention allein genügt nicht. Zusätzlich muss ein gesetzlich anerkannter schwerer Krankheitswert vorliegen und die Entfernung schwierig sein, beispielsweise bei einer Zyste oder einem Abszess.

Da Krankenversicherer Fälle unterschiedlich beurteilen können, empfiehlt es sich bei einer möglicherweise kassenpflichtigen Behandlung, vor dem Eingriff einen Behandlungsvorschlag mit Kostenangaben einzureichen.