Behandlungsmethoden

Bei sämtlichen zahnmedizinischen Behandlungsmethoden geht es primär um die Erhaltung der noch vorhandenen Zahnsubstanz. Erst in zweiter Linie zielt die zahnärztliche Behandlung darauf ab, sowohl die volle Funktionalität des Kauapparates wie auch eine möglichst ansprechende Ästhetik wiederherzustellen. Das Behandlungsspektrum reicht deshalb vom Einfügen einer einfachen Zahnfüllung über das Einsetzen eines Implantates, einer Krone oder Brücke bis hin zu komplizierten chirurgischen Eingriffen. Auch im Bereich der ästhetischen Zahnmedizin stehen heute differenzierte Möglichkeiten zur Befriedigung individueller Schönheitsbedürfnisse zur Verfügung – Ihre Zahnärztin, Ihr Zahnarzt SSO berät Sie gerne zu den verschiedenen Themen!

Zahnfüllungen dienen der Wiederherstellung von kariesbefallenen Zähnen sowie von teilweise zerstörten Zahnkronen bezüglich Funktionalität und Ästhetik. Damit eine Füllung hält, wird entweder der Zahn mit dem Bohrer so präpariert, dass die Füllung nicht herausfallen kann, oder man verwendet ein Material, das an der Zahnsubstanz klebt, was den Vorteil hat, dass kein gesundes Zahnmaterial geopfert werden muss.

Je nach Schadenfall und nach Lage des Zahnschadens – ob an einem Frontzahn, einem Seitenzahn, am Zahnhals oder auf der Kaufläche – stehen dem Zahnarzt unterschiedliche Materialien für die Wiederherstellung eines Zahnes zur Verfügung.

Die verschiedenen Füllungsmaterialien

Die Pulpa (Zahnnerv) ernährt den Zahn. Ohne diese Versorgung wird der Zahn spröde und brüchig. Trotz der vitalen Funktion dieser Pulpa kann – meist wegen Karies, einer Entzündung oder durch Schädigung des Nervs infolge Unfalls – deren Behandlung oder gar Entfernung nötig werden. Wenn immer möglich, wird der Zahnarzt versuchen, die Pulpa und damit den Zahn «am Leben» zu erhalten. Ist dies nicht mehr möglich, so muss die Pulpa gänzlich aus Zahnkrone und Zahnwurzel entfernt werden. Der «tote» Zahn bleibt dabei im Kiefer, ohne dass er weitere Beschwerden verursacht.

Bei der eigentlichen Wurzelbehandlung wird das Nervengewebe mit winzigen Feilen aus den Wurzelkanälen geschabt. Sind die Kanäle sauber, werden sie mit einer sterilen, selbsthärtenden Paste versiegelt.

Die Schwierigkeit der Behandlung liegt darin, dass der Zahnnerv nicht immer in einem einzigen, gerade verlaufenden Kanal liegt. Meist sind mehrere, oft stark verzweigte Kanälchen vorhanden, die zudem Biegungen aufweisen können. Hier ist die Arbeit mit der Feile ausserordentlich heikel. Als Hilfsmittel kann ein Operationsmikroskop eingesetzt werden. Finden sich feinste Kanalabzweigungen in der Wurzelspitze, so wird der Zahnarzt diese Spitze kappen (Wurzelspitzenresektion), um spätere Infektionen – und damit auch Schmerzen für den Patienten – zu vermeiden.

Muss der Zahnnerv, z.B. wegen Karies oder wegen eines Unfalls, entfernt werden, so werden zunächst die Eingänge zu den Wurzelkanälen freigelegt. Die Pulpa wird mit nadelförmigen Instrumenten entfernt und der Wurzelkanal erweitert. Das Instrument muss bis zur Wurzelspitze vordringen, was mittels eines Röntgenbildes kontrolliert wird. Eine rote Scheibe dient als Distanzmarke für die Arbeiten mit den nachfolgenden Instrumenten. Der erweiterte Wurzelkanal wird mit sterilem Material gefüllt. Das Röntgenbild zeigt, dass die Wurzelfüllung den Kanal an der Wurzelspitze dicht verschliesst. Jetzt kann die Zahnkrone wieder aufgebaut werden.

Zahnbetterkrankungen werden durch den bakteriellen Zahnbelag, die Plaque, ausgelöst. Die Behandlung zielt deshalb vor allem darauf ab, diese Plaque und den daraus gebildeten Zahnstein ober- und unterhalb des Zahnfleisches zu entfernen. Der Behandlungsablauf gliedert sich, je nach Schweregrad und Verlaufsform, in folgende Schritte:

1. Mundhygiene-Training

Der Patient lernt, Zähne und Zahnzwischenräume möglichst sauber zu halten.

2. Belagsentfernung, Wurzelreinigung und -glättung, Politur

Die Zähne – natürliche wie künstlich überkronte – und die durch den Knochenabbau entblössten Anteile der Wurzeloberflächen im Bereich der Zahnfleischtaschen werden von allen Bakterienbelägen (Zahnplaque und Zahnstein) befreit, sämtliche Flächen werden geglättet und evtl. poliert. Dies sind die wichtigsten Massnahmen der Parodontalbehandlung; sie können bei leichteren Fällen bereits zur Heilung führen.

3. Zahnfleischoperationen

Bei fortgeschrittenen Fällen führen die ersten beiden Massnahmen nicht immer zur Heilung und zur vollständigen Entzündungsfreiheit, besonders dann, wenn in tiefen Schlupfwinkeln und in Wurzelgabelungen noch Bakterien und Zahnsteinreste verblieben sind. Durch einen chirurgischen Eingriff mit Abheben des Zahnfleisches können solche Bereiche unter Sicht gereinigt werden. Gleichzeitig erlauben es diese Eingriffe, Taschen zu verkleinern, Bakterienschlupfwinkel zu öffnen und dadurch Form und Zugänglichkeit der Zahnzwischenräume zu verbessern.

4. Medikamentöse Behandlung

Bei hartnäckigem Bakterienbefall in tiefen Taschen können zur Unterstützung der Behandlung unter Umständen entsprechende Medikamente eingesetzt werden.

Die Kieferorthopädie ist jenes Fachgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit der Erkennung und Behandlung von angeborenen oder erworbenen Zahnstellungs- und Kieferanomalien beschäftigt. Einfache Fälle können in der Regel vom Zahnarzt bzw. Schulzahnarzt behandelt werden, für schwierigere Fälle sind jedoch meist Fachzahnärzte für Kieferorthopädie zuständig.

Ererbte und erworbene Anomalien

Anomalien der Zahnstellung und des Kiefers können angeboren, also vererbt sein. Es gibt aber auch erworbene Anomalien. Zum Beispiel Engstände in der Zahnreihe, verursacht durch vorzeitig verlorene Milchzähne, die dadurch ihre Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne nicht mehr erfüllen können. Oder schlechte Gewohnheiten wie Daumen- oder Fingerlutschen, Lippensaugen und Zungenpressen. Für die Behandlung von Kieferanomalien gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Behandlung mittels Apparatur (bei jugendlichen Patienten) oder chirurgischer Eingriff (bei Erwachsenen).

Wachstumsbeeinflussung erfordert Geduld

Eine kieferorthopädische Behandlung dauert manchmal mehrere Jahre. Grund dafür sind die Wachstumsbeeinflussung und die schwachen Kräfte, die über eine längere Zeit einwirken müssen, denn der Knochenabbau auf der einen und der Knochenaufbau auf der anderen Seite eines zu verschiebenden Zahnes erfolgen sehr langsam. Zusätzlich muss das erreichte Behandlungsresultat während der so genannten Retentions- oder Haltephase stabilisiert werden. Die Behandlung ist kostenintensiv und verlangt vom Patienten nebst Mitarbeit auch ein grosses Mass an Geduld.

Behandlung mittels Apparatur

Schwache, aber lang andauernde Kräfte wie Daumenlutschen können die Zähne verschieben und den Knochen verformen. Mit ähnlichen Kräften, die über lange Zeit wirken müssen, beeinflusst die kieferorthopädische Behandlung das Wachstum von Ober- und Unterkiefer und versucht, Zähne zu verschieben oder zu drehen. Bei jugendlichen Patienten erfolgt die Behandlung von Kieferanomalien mittels Apparatur, die auf der Förderung oder Hemmung des Kieferwachstums beruht. Ist das Kieferwachstum einmal abgeschlossen, kann eine Kieferstellungsanomalie nur noch mit chirurgischen Methoden angegangen werden. Reine Zahnstellungskorrekturen sind unabhängig vom Kieferwachstum und können somit auch noch bei Erwachsenen erfolgreich durchgeführt werden.

Aktive und passive Apparaturen

Die Kieferorthopädie unterscheidet zwischen aktiven und passiven Apparaturen. Aktive Apparaturen sind entweder abnehmbar oder festsitzend, d.h. fest auf die Zähne geklebt. Sie können im Mund an den Zähnen oder ausserhalb des Mundes am Kopf mittels Kopfkappe oder Nackenband verankert werden. Passive Apparaturen sind einfach und verhindern ungünstige Einflüsse von Lippen-, Wangen- oder Zungenmuskulatur (schlechte Gewohnheiten). Durch den Wegfall der ungünstigen Krafteinwirkung kommt es meist zu einer spontanen Korrektur. Aktive Apparaturen üben mit Federn, Gummizügen und Bögen selber Kräfte auf die Zähne oder den Kiefer aus. Während der ganzen Behandlung darf die Mundhygiene, die besonders bei festsitzenden Apparaturen erschwert ist, niemals vernachlässigt werden. Auch darum sind häufige Kontrollen beim Zahnarzt angezeigt.

Zahnkronen

Ist ein Zahnschaden so weit fortgeschritten, dass eine Füllungstherapie den Zahn nicht wiederherstellen kann, wird eine Zahnkrone benötigt. Diese kann allerdings nur dann eingesetzt werden, wenn keine krankhaften Veränderungen (pathologischen Befunde) im Wurzel- und Knochenbereich vorliegen. Andernfalls müssen die krankhaften Veränderungen vorgängig umfassend behandelt werden, denn eine aufwändige Rekonstruktion kann stets nur so gut sein wie das darunterliegende Fundament.

Zahnbrücken

In der Kronen-Brücken-Prothetik verstehen wir unter einer Brücke den festsitzenden künstlichen Ersatz fehlender Zähne. Mit einer Brücke kann eine unterbrochene oder verkürzte Zahnreihe, die meistens durch Zahnverlust entstanden ist, wiederhergestellt werden. Zu einer Brücke gehören mindestens zwei Zähne – die Pfeilerzähne –, die im Allgemeinen zu jeder Seite der Lücke liegen. Diese Pfeilerzähne nehmen die Brückenanker auf; das sind Kronen, möglicherweise auch Teilkronen, an denen die fehlenden Zähne (so genannte Zwischenglieder) befestigt sind. Im Normalfall besteht eine Brücke also aus den Brückenankern und einem oder mehreren Zwischengliedern.

Schalt-, Erweiterungs- und Klebebrücken

Die häufigsten Brücken sind so genannte Schaltbrücken, bei denen die Zwischenglieder zwischen den endständigen Brückenankern liegen. Schaltbrücken dienen der Rekonstruktion von unterbrochenen Zahnreihen. Bei verkürzten Zahnreihen gelangen Extensionsbrücken (Freiend- oder Fliegerbrücken) zum Einsatz. Dabei sind die fehlenden Zähne, die Extensionsglieder, nicht zwischen, sondern endständig an den Brückenankern befestigt, wodurch eine Zahnreihe erweitert (extendiert) werden kann. Natürlich sind auch Kombinationen von Schalt- und Extensionsbrücken gebräuchlich.

Eine weitere spezielle Brücke ist die Adhäsivbrücke (Klebe- oder Marylandbrücke). Im Gegensatz zu den andern Brücken bestehen deren Brückenanker nicht aus Kronen, sondern aus metallischen Auflagen, die mittels Schmelzätztechnik und Komposit (Kunststofffüllungsmaterial) auf die minimal beschliffenen Pfeilerzähne geklebt werden. Heute werden nicht nur Zähne, sondern auch Implantate zur Befestigung der Brückenanker verwendet. Oft kann eine Brückenkonstruktion umgangen werden, indem der Zahnarzt die fehlenden Zähne durch Implantate und Einzelkronen ersetzt.

Werkstoffe

Die Werkstoffe, die in der Kronen-Brücken-Prothetik Verwendung finden, sind Edel- und Nichtedelmetalle, Keramik und Kunststoffe. Da jeder Werkstoff seine spezifischen Eigenschaften hat, gelangen oftmals Kombinationen zum Einsatz. Im Seitenzahnbereich, wo das Aussehen eine eher untergeordnete Rolle spielt, die Festigkeit aber wegen der hohen Kaukräfte grosse Bedeutung hat, können reine Metallkronen oder Metallbrücken eingesetzt werden (Vollgusskronen/-brücken). Im sichtbaren Frontzahnbereich werden heute fast ausschliesslich zahnfarbene Kronen und Brücken verwendet. Häufig sind dies Verbund-Metall-Keramik-Arbeiten, kurz VMK genannt. Darunter muss man sich Metallkronen/-brücken vorstellen, deren sichtbare Teile mit zahnfarbener Keramik verkleidet sind. Der Vorteil dieser Machart liegt in der Verbindung der Festigkeit von Metall mit der Ästhetik von Keramik. Muss eine Einzelkrone höchste Ansprüche bezüglich Aussehen erfüllen, kann eine reine Keramikkrone, eine so genannte Jacketkrone, eingesetzt werden. Reine Keramikarbeiten sind nicht nur ästhetisch sehr ansprechend, sondern auch äusserst gewebefreundlich.

Abnehmbare oder Teilprothesen bestehen aus künstlichen Zahnreihen, die auf einer Prothesenbasis, dem Prothesensattel, befestigt sind. Die Teilprothese wird mittels Klammern an natürlichen Zähnen verankert. Sind beidseits der Prothese natürliche Zähne vorhanden, spricht man von einer «Schaltprothese». Steht hingegen auf der Hinterseite kein Zahn mehr für die Verankerung zur Verfügung, so handelt es sich um eine «Freiendprothese».

Hauptvorteil der abnehmbaren Prothetik sind vor allem die relativ geringen Kosten. Da der Patient die Prothese abnehmen kann, lässt sie sich, wie auch das Restgebiss, leicht reinigen. Nachteilig sind hingegen der geringe Tragkomfort sowie die erhöhte Kariesgefahr für die natürlichen Klammerzähne.

Verankerung von Teilprothesen

Klammern

Eine Teilprothese kann mittels gegossener Klammern an den benachbarten natürlichen Zähnen fixiert werden. Diese Technik ist relativ kostengünstig. Nachteilig ist, dass die Klammern sichtbar sind. Da sich an den Klammern Bakterienbeläge sammeln, müssen sie besonders gut gereinigt werden - sonst gehen die Nachbarzähne durch Karies verloren.

Druckknöpfe

Durch Karies stark zerstörte Zähne werden wurzelbehandelt, auf Zahnfleischhöhe gekürzt und mit einer Goldkappe (Wurzelstift) überdeckt. Der eine Teil des Druckknopfes wird auf die Wurzelkappe gelötet, der andere Teil befindet sich in der Prothese.

Geschiebeverankerung

Eine gefräste Geschiebeverankerung gelangt in der Regel nur bei überkronten Zähnen zur Anwendung. In den Metallteil der Krone wird eine bestimmte Form (Schulter und Rillen) mit parallelen Flächen eingefräst. Der mit dem Prothesengerüst verbundene Sekundärteil passt genau in den Primärteil. Vorteile: starker Halt, gute Kraftübertragung beim Beissen, sehr befriedigendes ästhetisches Resultat. Nachteil: grosser technischer Aufwand, hohe Kosten.

Konfektionierter Steg

Der konfektionierte Steg wird bei geringer Restbezahnung angewendet. Der Steg wird auf zwei Goldkappen gelötet und diese starre Konstruktion fest einzementiert. Die Steghülse ist als Gegenstück in der Prothesenbasis fixiert.

Im zahnlosen Kiefer werden durch eine Totalprothese die Funktionen des Kauens und Sprechens sowie die Ästhetik wiederhergestellt. Soll mit einer solchen Prothese tatsächlich beschwerdefrei gekaut werden, ist auf eine statisch korrekte Aufstellung der künstlichen Zähne zu achten.

Die Innenfläche der Prothese liegt lose auf der Kieferschleimhaut auf. Ihren Halt findet sie durch einen Saugeffekt. Die im Handel erhältlichen Prothesenbefestigungsmittel können fallweise akute Haltprobleme überbrücken. Hält eine Prothese aber auf Dauer nicht mehr richtig, ist eine Überarbeitung durch den Zahnarzt unumgänglich.

Kann ein genügender Halt der Totalprothese nicht gewährleistet werden, besteht heute die Möglichkeit der Verankerung der künstlichen Zähne auf Implantatpfeilern.

Unter einer oralen Implantation versteht man das Einsetzen von künstlichen Zahnwurzeln in den Kieferknochen. Die Implantate bestehen aus gewebefreundlichen Materialien, die vom Knochen in der Regel reizlos toleriert werden. Der auf das Implantat aufgebaute «Zahn» wird aus einer Edelmetalllegierung mit hohem Goldgehalt nachgeformt.

Das perfekte ästhetische Bild ergibt sich durch die Verblendung des neu aufgebauten Zahns mit Porzellan oder Kunststoff. Implantate werden zunehmend aber auch als Halteelemente für Prothesen (siehe z. B. Totalprothesen) benutzt. Eine kontinuierliche Nachsorge durch Zahnarzt und Dentalhygienikerin und eine ausgezeichnete Mundhygiene des Patienten sind für den langfristigen Erfolg absolute Voraussetzung. Da Implantate wie natürliche Zähne durch die Schleimhaut hindurch in die Mundhöhle ragen, stellen sie eine Verbindung vom Körperinnern nach aussen dar und sind den ungünstigen Faktoren des Mundmilieus - Plaque, Bakterien, Speisereste usw. - ausgesetzt. Bei mangelhafter Pflege können entzündliche Prozesse ähnlich jenen am natürlichen Zahn entstehen. Kennzeichen: Zahnfleischbluten, Taschenbildung und Knochenschwund. Es besteht die Gefahr, dass die Implantate sich lockern und schliesslich entfernt werden müssen.

Zur Abklärung, ob eine Implantation möglich und auch sinnvoll ist, sind Röntgenbilder, Modellplanungen und eventuell eine allgemeinmedizinische Untersuchung nötig.

Die Zähne sind nicht nur Werkzeuge zum Beissen, Essen und Sprechen. Gesunde und schöne Zähne signalisieren der Umwelt Gesundheit, Wohlbefinden, Kraft und Attraktivität. Dies ist der Grund, weshalb viele Leute bereit sind, viel Geld in die Schönheit ihrer Zähne zu investieren. Wenn eine Behandlung nicht aus medizinischen Gründen vorgenommen wird, sondern lediglich der Schönheit wegen, spricht man von ästhetischer Zahnmedizin (Estetic Dentistry).

In der Schweiz sind vor allem die Kariesschäden dank guter Prophylaxe stark rückläufig. Wenn sich dies nicht direkt in rückläufigen Umsätzen der Zahnarztpraxen ausdrückt, so unter anderem deshalb, weil die ästhetische Zahnmedizin stark an Bedeutung gewinnt.

Keramikschalen (Veneers)

Das berühmte «Hollywood-Lächeln» wurde früher vor allem durch Kronen und Brücken erreicht. Nebst diesen Konstruktionen, die sich nur zu Lasten gesunder Zahnsubstanz realisieren lassen, gibt es heute die so genannten Veneers. Dabei handelt es sich um Keramikschalen, die auf den eigenen Zahn aufgeklebt werden.

Bleichung (Bleaching)

Besonderer Beliebtheit erfreut sich seit Jahren das «Bleaching», das Bleichen der Frontzähne. Dieses kann vom Zahnarzt in einigen Sitzungen vorgenommen werden. Es gibt aber auch die Methode des «Home Bleaching», bei der der Patient das Bleichmittel in eine Bissschiene gibt und diese über Nacht trägt.

Bei beiden Methoden verschwindet der Effekt der Bleichung im Lauf von einigen Monaten oder wenigen Jahren wieder. Wer seine Zähne verschönern will, sollte unbedingt den Zahnarzt um Rat fragen, denn nicht alle angebotenen Bleichmittel sind für die Zähne unbedenklich.

 

Wieso muss mein Zahnarzt röntgen?

Viele Zahn- und Gewebeschäden im Mund beginnen im Verborgenen. Besonders die Zahnzwischenräume und jene Bereiche der Zähne und des Knochens, die vom Zahnfleisch bedeckt sind, können von blossem Auge nur ungenügend beurteilt werden. Röntgenaufnahmen helfen, vorhandene Schäden rechtzeitig zu entdecken.
Die Zahnröntgenaufnahme ist deshalb ein unverzichtbares Mittel zur Diagnoserstellung und zur Planung einer Behandlung. Sie stellt zudem ein wichtiges zahnmedizinisches Dokument dar.

Was ist Röntgen?

Beim Röntgen werden elektromagnetische Wellen von hoher Energie (Photonen) durch das zu untersuchende Gewebe oder Organ auf einen Film oder Sensor gestrahlt. Aufgrund der unterschiedlichen Dichte der verschiedenen Körpergewebe (Haut, Schleimhaut, Knochen, Zähne) erreichen mehr oder weniger Photonen den Film oder Sensor und stellen dadurch die Gewebestrukturen in unterschiedlichen Grautönen dar.

Ist Röntgen schädlich?

Elektromagnetischen Wellen von hoher Energie, wie sie zum Röntgen verwendet werden, können Wechselwirkungen im Gewebe verursachen und ganz prinzipiell zu Gewebeschäden führen. Die in der Zahnmedizin angewandten Röntgentechniken gehören aber zu den Verfahren mit geringer Dosisbelastung, was besonders für die im Mund aufgenommenen Zahnbilder gilt.
Zusätzlich ist in den letzten Jahren die Strahlenbelastung durch den Einsatz hoch empfindlicher Röntgenfilme und durch die zunehmende Digitalisierung ständig gesunken. Die Anwendung von Röntgen erfolgt nach dem strengen Grundsatz: So wenig wie möglich, so viel wie nötig! Ihr SSO-Zahnarzt hat diese Abwägungen in vielen Ausbildungsstunden gelernt und wird sich entsprechend verantwortungsvoll verhalten. Das Zahnröntgen stellt somit ein wenig belastendes Diagnoseverfahren dar, das im Verhältnis zur enormen Wichtigkeit einer frühzeitigen genauen Diagnose fast immer gerechtfertigt ist.
Jeder Zahnarzt benötigt zum Betreiben einer Röntgenanlage eine vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ausgestellte Bewilligung. Voraussetzung ist eine von ihm abgelegte staatliche Prüfung in Strahlenschutz. Das Strahlenschutzgesetz verlangt eine strenge Qualitätskontrolle: Der Betreiber muss die Röntgenanlage wöchentlich überprüfen (Konstanzprüfung), damit jederzeit ein einwandfreies Funktionieren gewährleistet ist.

Welche Aufnahmetechniken verwendet die Zahnmedizin?

Vom einfachen Einzelzahnröntgenbild bis zu computerunterstützten dreidimensionalen Schichtaufnahmen der Zähne und des Kiefers gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Aufnahmetechniken.

Was kostet ein Röntgenbild?

Das zahnärztliche Röntgenbild ist ein kostengünstiges Bildgebungsverfahren mit einem hohen Diagnosewert. Gemäss SSO-Tarif kostet eine einfache Zahnröntgenaufnahme inkl. Beurteilung je nach Taxpunktwert zwischen 20.– und 30.– Franken. Eine Panoramaschichtaufnahme (OPT) kostet 150.– bis 180.– Franken, für eine Digitale Volumentomographie werden bis zu 400.– Franken in Rechnung gestellt (Stand 2011).

Die Kosten der Zahnröntgenbilder werden bei Unfallbehandlungen oder bei Behandlungen im Rahmen des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) ganz oder teilweise übernommen.
Dasselbe gilt bei Kostengutsprache durch eine Behörde, durch die Invalidenversicherung (IV) oder wenn der Patient eine private Zahnzusatzversicherung abgeschlossen hat.

Wem gehört das Röntgenbild?

Das Röntgenbild ist Eigentum der Patientin bzw. des Patienten und wird auf Verlangen ausgehändigt. Bei digitalen Aufnahmen kann dies ein Ausdruck oder ein digitales Bild sein, das auf ein Speichermedium kopiert wird. Bei Röntgenfilmen wird der Originalfilm ausgehändigt, wobei der Zahnarzt eine Kopie zu seiner Dokumentation behalten kann. Die Aufbewahrungspflicht übernimmt in diesem Fall der Patient.

 

 

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