SSO Impulse

SSO Impulse: Ein Update für die Verbandsarbeit 

Viele kantonale SSO-Sektionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Wie lassen sich Mitglieder – insbesondere jüngere Zahnärztinnen und Zahnärzte – für ein Engagement im Verband gewinnen? Dafür hat die SSO ein neues Format geschaffen: SSO Impulse.

An der eintägigen Veranstaltung tauschten rund 40 Kadermitglieder Erfahrungen aus. Die Organisationsentwicklerin Sandra Kohler zeigte, was die Generationen Y und Z – also die heute unter 40-Jährigen – von einem Engagement in einem Verband erwarten: Sie wünschen flexible Formen der Mitarbeit, ein klares Pflichtenheft sowie sichtbare Wirkung. Zeitlich begrenzte Projekte, die ihren persönlichen Interessen entsprechen, erleichtern ihnen den Einstieg. Zudem sollten Perspektiven und Vorteile einer Mitarbeit transparent sein – vom punktuellen Engagement bis hin zur späteren Kaderfunktion. 

In der Kommunikation empfahl Kohler mehr Authentizität und Dialog: Lebensrealitäten und Vielfalt der Mitglieder sollen abgebildet werden. Informationen sollten nicht nur vom Vorstand zu den Mitgliedern fliessen, sondern auch umgekehrt. Dafür braucht es geeignete Plattformen. In den anschliessenden Diskussionen in Kleingruppen wurden konkrete Ideen entwickelt: ein sukzessiver Einstieg in Vorstandsämter, direkter Austausch mit Studierenden sowie das gezielte Auslagern administrativer Aufgaben. Das Fazit des Tages: Verbandsarbeit ist kein Auslaufmodell, aber sie braucht ein Update. Denn: Nachwuchsförderung und Nachfolgeplanung bleiben zentrale Aufgaben der Sektionen und ihrer Dachorganisation. Namhafter Gastredner war Ständerat Pirmin Bischof, Präsident des Verbands freier Berufe. Er unterstrich in seinem Referat die Bedeutung politischer Präsenz. Freie Berufe – dazu zählen Zahnärztin und Zahnarzt – sind staatlich reguliert. Deshalb ist es entscheidend, dass sich Berufsorganisationen sowie deren Kadermitglieder politisch einbringen. Nur so lässt sich vermeiden, dass Bund oder Kantone Regeln erlassen, die für die Arbeit in den Praxen hinderlich sind. Bischof ermunterte die Anwesenden, Kontakte zu Politik, Behörden und Medien aktiv zu pflegen – oder selbst politische Verantwortung zu übernehmen.