Nein zu einem Versicherungs-Obligatorium

In den meisten Kantonen der lateinischen Schweiz laufen politische Vorstösse für eine obligatorische Zahnversicherung.  Die SSO bekennt sich klar gegen ein Versicherungsobligatorium. Sie will damit das Schweizer Erfolgsmodell in der Zahnmedizin bewahren und stärken.

Heute müssen die Patienten meistens ihre Zahnarztkosten selber bezahlen. Dafür reden sie mit: Patient und Zahnarzt entscheiden gemeinsam, welche Behandlung nötig und sinnvoll ist. Wenn eine Versicherung für die Behandlung aufkommt, bestimmt sie auch mit, was im Mund des Patienten geschieht. Die Therapiefreiheit wäre gefährdet.

Das heutige System belohnt die Patienten, die ihre Zähne gut pflegen. Wer die Mundhygiene vernachlässigt, spürt die Konsequenzen im eigenen Portemonnaie. Mit einer obligatorischen Zahnversicherung fiele dieser Anreiz weg. Die Gesamtkosten der Zahnmedizin würden steigen – auch die Steuer- und Lohnabgaben.
Zudem bestünde die reelle Gefahr, dass Kantone und Gemeinden bei der Prävention geizen, zum Beispiel in der Schulzahnpflege. Warum sollte noch für Prävention gesorgt werden, wenn die Versicherung die Behandlung der Zahnschäden übernimmt? Die Schulzahnpflege bildet schweizweit die wichtigste Grundlage für die zahnmedizinische Betreuung von Kindern und Jugendlichen: Sie gibt allen dieselbe Chance, ihre Zähne ein Leben lang gesund zu erhalten. Auch dank dieser flächendeckenden Prophylaxe in Schweizer Schulen ist Karies bei Kindern in den letzten 50 Jahren um 90 Prozent zurückgegangen. Das zeigt, dass das bestehende System funktioniert.

Die Autoren der politischen Vorstösse argumentieren, dass im heutigen System sozial benachteiligte Menschen den Zahnarzt nicht bezahlen können und deshalb auf eine Zahnbehandlung verzichten. Gemäss Bundesamt für Statistik betrifft dies rund 2,7 Prozent der Schweizer Patienten. Armutsgefährdete Personen können aber schon heute finanzielle Unterstützung für Zahnbehandlungen beantragen, egal ob sie Sozialhilfe in Anspruch nehmen oder nicht. Auch Hilfswerke und spezielle Fonds gewisser Wohngemeinden können Betroffene finanziell unterstützen.

Das heutige System der Zahnpflege in der Schweiz ist ein bewährtes Erfolgsmodell zugunsten der Patienten und der Volksgesundheit in unserem Land. Eine obligatorische, dirigistische Zahnversicherung beeinträchtigt die Qualität der persönlich abgesprochenen, individuellen Zahnbehandlung. Die schweizerische Zahnmedizin ist erfolgreich und sozial. Sie braucht kein teures Versicherungs-Obligatorium.


Diese Seite drucken

Wir verwenden Cookies und Analysetools, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Indem Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies und Analysetools zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ich stimme zu

Nous utilisons des cookies et des outils d’analyse dans le but de vous offrir le meilleur service possible. En poursuivant votre navigation sur notre site, vous acceptez nos cookies et nos outils d’analyse. De plus amples informations sont disponibles dans nos règles de confidentialité.

J’accepte

Utilizziamo cookie e tool di analisi per assicurarvi il miglior servizio possibile. Continuando a navigare nel sito, acconsentite all’utilizzo dei cookie e dei tool di analisi. Troverete ulteriori informazioni nella nostra Informativa sulla protezione dei dati.

Approvo