Bern, 4. März 1999. Die Weisheitszähne – die dritten Backenzähne (Molaren) – sind die letzten, die durchbrechen, und diejenigen, die am meisten von sich reden machen. Sie befinden sich ganz hinten in der Mundhöhle und brechen in der Regel im Alter von 18 bis 20 Jahren durch. Verläuft der Durchbruch normal, so können diese Zähne bis ins hohe Alter gesund erhalten werden wie alle andern auch. Beim Weisheitszahndurchbruch geht es aber manchmal zu und her wie beim «Sässelitanz»: Die zuvor durchgebrochenen Zähne nehmen, einer nach dem andern, den Platz ein, der ihnen zukommt. Der Weisheitszahn ist der letzte in der Reihe und muss damit rechnen, dass für ihn nicht mehr genügend Platz da ist.
Weisheitszähne können verschiedene Beschwerden verursachen. Wegen Platzmangels können sie die Position der vorbestehenden Zahnreihe stören, dies vor allem dann, wenn diese Zähne ohnehin schon Stellungsfehler aufweisen. Im Rahmen der Schulzahnpflege wird das Zahnwachstum der Kinder heute regelmässig überwacht. Stellungsfehler werden wo nötig mittels kieferorthopädischer Massnahmen behandelt – ein Aufwand, der von den Weisheitszähnen zunichte gemacht werden kann. Weisheitszähne können auch im Kieferknochen eingeschlossen sein und gar nicht nach aussen gelangen. Schräg im Knochen stehende Weisheitszähne können die Wurzel des vor ihnen stehenden Backenzahnes angreifen und den Zahn gefährden.
Wegen ihrer schlecht zugänglichen Lage im Mund können Weisheitszähne oftmals nur mit Mühe gereinigt werden; dies vor allem dann, wenn sie teilweise noch mit einem Zahnfleischlappen überdeckt sind. Weisheitszähne können Infektionen bewirken, die die Gesundheit des Patienten gefährden.
Wenn der Zahnarzt erkennt, dass die Weisheitszähne keinen Platz finden werden, wird er sie schon vor dem Durchbrechen entfernen. Die Extraktion erfolgt normalerweise unter Lokalanästhesie. Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente helfen nach dem Eingriff bei Vorliegen von Nebenbeschwerden.